Welche Custody für wen?
Warum Selbst‒ und Exchange‒Custody oft ausreichen
und warum sie dort versagen, wo Verantwortung, Gemeinschaft und Zeit ins Spiel kommen


Welche Custody ist die Richtige?
Ist es eine technische Frage oder eine Frage der Verantwortung?
Von Torsten Schmitz, CEO & Gründer von trust4money.de Böblingen, Februar 2026
Bitcoin stellt uns nicht vor die Frage, wie wir verwahren können. Sondern wann Verantwortung geteilt werden muss. Dieser Beitrag beschreibt, warum Selbst‒ und Exchange‒Custody für viele Situationen ausreichen und warum sie dort versagen, wo Gemeinschaft, Haftung und Zeit ins Spiel kommen. Trust Custody ist keine technische Eskalation. Sie ist die Konsequenz daraus, dass Vermögen Verantwortung erzeugt und Verantwortung Struktur braucht.
Custody beginnt nicht beim Wallet, sondern beim Kontext
Die Frage, welche Form der Verwahrung für Bitcoin oder digitale Assets die richtige ist, lässt sich nicht mit einem Betrag, einer Walletgröße oder einer bestimmten Anzahl an Bitcoin beantworten. Sie ist keine technische Frage, sondern eine Frage des Kontexts. Im Kern setzt Trust Custody zwei Dinge voraus: Erstens, dass es sich nicht um eine Einzelperson handelt, sondern um eine Gemeinschaft. Und zweitens, dass der Wert, der geschützt werden soll, einen zeitlichen, organisatorischen und finanziellen Aufwand rechtfertigt. Wer allein entscheidet, allein haftet und allein verliert, braucht keine Trust Custody.
Warum Selbstverwahrung völlig legitim ist
Bitcoin wurde bewusst so entwickelt, dass Selbstverwahrung möglich ist. Frei, unabhängig, ohne Erlaubnis. Niemand ist gezwungen, Bitcoin zu besitzen. Niemand ist gezwungen, seine Schlüssel abzugeben oder Verantwortung zu teilen. Solange ein möglicher Schaden ausschließlich die eigene Person betrifft, ist das Sicherheitsniveau frei wählbar. Man kann Schlüssel selbst aufbewahren, verstecken, aufteilen, in einem Safe lagern oder einzelnen Personen anvertrauen – Familie, Freunde, Banken. Alles ist möglich. Alles ist freiwillig. Auch Fremdverwahrung ist legitim. Börsen und Anbieter übernehmen Verantwortung, dafür gibt man Kontrolle ab. Beides sind gültige Wege. Und wer nicht bereit ist, jährlich ein paar hundert Euro für Sicherheit auszugeben, wird mit diesen Modellen ebenfalls leben können. Trust Custody beginnt nicht dort, wo Technik endet. Sie beginnt dort, wo Verantwortung geteilt wird.
Trust Custody ist wie eine Versicherung nur ehrlicher
Man braucht keine Versicherung. Man schließt sie ab, wenn ein Risiko existiert, das man nicht allein tragen kann oder will.
Deshalb sind bestimmte Versicherungen verpflichtend, etwa die Kfz‒Haftpflicht oder die Krankenversicherung. Nicht, weil man sich selbst schützen muss, sondern weil man anderen schaden kann und dieser Schaden existenzbedrohend sein kann. Personenschäden sind oft teurer als Sachschäden. Deshalb sind sie geregelt. Andere Versicherungen, etwa für Gebäude, sind freiwillig. Solange es dein Eigentum ist, ist es deine Entscheidung. Sobald jedoch ein Dritter involviert ist etwa eine Bank bei einer Finanzierung –, wird Versicherung zur Voraussetzung. Haftung und Verlust müssen geklärt sein, ob man das möchte oder nicht. Mit Bitcoin verhält es sich genauso.

Solange der Schaden nur dich betrifft, ist alles frei wählbar
Wenn ein möglicher Verlust ausschließlich dich selbst betrifft, ist dein Sicherheitsmodell deine Wahl. Du kannst Risiken tragen, auf Hoffnung setzen oder bewusst minimal absichern. Bitcoin zwingt dich zu nichts.
Sobald Bitcoin Teil einer Gemeinschaft wird, ändern sich die Regeln
Sobald Bitcoin Teil einer Gemeinschaft wird, ändert sich die Situation grundlegend. Im privaten Bereich kann das eine Ehe oder Familie sein. Niemand ist gezwungen, Kinder oder Partner zu berücksichtigen. Aber wenn ein Ehepartner verlangt, einbezogen zu werden, ist das keine technische Diskussion, sondern eine legitime Forderung. In allen anderen Vermögensfragen ist das selbstverständlich: Eheverträge, Gütertrennung, Testamente, Zugewinnausgleich. Niemand regelt nur, wer im Trennungsfall die Haustiere bekommt sondern auch, wer das Haus, das Auto, das Geldvermögen und die Wertpapiere erhält. Bitcoin ist Vermögen. Und die Schlüssel dazu sind Teil dieses Vermögens. Viele private Regelungen beruhen auf Hoffnung. Man hofft, dass Vereinbarungen greifen, dass niemand ausfällt, dass nichts schiefgeht. Manchmal reicht das. Manchmal nicht.
Wo Selbstverwahrung im privaten Umfeld scheitert
Ein privates Beispiel: Eine Einzelperson verwahrt ihre Bitcoin selbst. Die Seedphrase liegt zuhause, vielleicht verteilt auf mehrere Orte. Solange alles gut geht, funktioniert das. Stirbt die Person unerwartet oder erleidet einen schweren Unfall, beginnt das Problem. Niemand weiß, wo die Schlüssel sind. Niemand darf entscheiden. Niemand kann handeln. Selbstverwahrung versagt hier nicht technisch sondern organisatorisch.
Unternehmen haben keine Wahl
Spätestens im unternehmerischen Kontext endet die Freiwilligkeit. Unternehmen, Gesellschaften und Vermögensverwalter unterliegen anderen Spielregeln. Hier sind klare Zuständigkeiten Pflicht. Eigentum muss belegbar sein. Bewegungen müssen nachvollziehbar dokumentiert werden. Haftung muss geregelt sein. Notfallpläne sind kein Extra, sondern Voraussetzung.
Während Selbstverwahrung privat möglich ist, ist sie geschäftlich nicht mehr ausreichend. Nicht, weil sie verboten wäre sondern weil sie den Anforderungen an Sicherheit, Haftung und Fortführungsfähigkeit nicht genügt.

Warum Selbstverwahrung im Unternehmen nicht reicht
Ein Unternehmensbeispiel: Ein Unternehmen hält Bitcoin in signifikanter Höhe. Die Schlüssel liegen bei einem Geschäftsführer oder IT‒Verantwortlichen. Dieser scheidet aus freiwillig oder unfreiwillig. Plötzlich ist unklar, wer Zugriff hat, wer entscheiden darf, wie Bewegungen nachgewiesen werden können. Selbst wenn die Schlüssel vorhanden sind, fehlt die Legitimation. Auch hier versagt Selbstverwahrung nicht technisch sondern strukturell.
Exchange Custody ist keine Abkürzung
Der zweite klassische Weg neben der Selbstverwahrung ist die Verwahrung über Börsen oder institutionelle Anbieter.
Ob und in welchem Umfang diese Modelle unternehmerischen Anforderungen genügen, muss im Einzelfall geprüft werden. Die regulatorischen Hürden für Verwahrer sind bewusst hoch. Nicht, um zu verhindern sondern um Verantwortung zu erzwingen. Wer fremdes Vermögen verwahrt, muss diese Verantwortung rechtfertigen können.

Notfälle sind im Unternehmen garantiert
Im Unternehmen gibt es keine Ausnahmen nur Zeitpunkte. Menschen wechseln Rollen, scheiden aus, werden ersetzt. Während im privaten Umfeld der eigene Tod oft das Ende der Verantwortung markiert, ist er im Unternehmen nur ein weiterer Übergang. Allein aus diesem Grund ist Absicherung nicht optional. Unternehmen müssen diese Übergänge vorausplanen, weil sie die Normalität sind nicht die Ausnahme.
Nicht als Produkt sondern als Struktur
Trust Custody richtet sich nicht an jeden. Sie richtet sich an Gemeinschaften, an Familien, an Unternehmen und an Vermögensstrukturen, die Verantwortung teilen, Haftung regeln und Zeit überdauern müssen. Nicht als Produkt. Sondern als Struktur.
Eine Chance für die Zukunft
Die Frage nach der richtigen Custody endet dort, wo Bitcoin nicht mehr nur persönlicher Besitz ist. Solange Vermögen einer einzelnen Person gehört, lassen sich Risiken individuell tragen und Entscheidungen frei treffen. Sobald Bitcoin jedoch Teil einer Gemeinschaft wird, verändert sich die Custody-Frage grundlegend. Denn dann geht es nicht mehr nur darum, wer Schlüssel hält – sondern wer entscheiden darf, wer haftet und wie Verantwortung über Zeit organisiert wird.
An diesem Punkt stoßen Selbst‒ und Exchange‒Custody strukturell an ihre Grenzen. Nicht wegen fehlender Technik, sondern weil gemeinschaftliche Verantwortung nicht technisch lösbar ist. Wer verstehen möchte, warum Custody in Gemeinschaften neu gedacht werden muss und welche konzeptionellen Grundlagen dafür notwendig sind, findet sie hier:

Der nächste Schritt ist kein Klick.
Wenn Bitcoin Teil einer Gemeinschaft wird, reichen technische Lösungen nicht mehr aus. Dann geht es um Verantwortung. Um Rollen. Um Entscheidungen, die auch dann tragen, wenn Menschen wechseln, Zeit vergeht oder Druck entsteht. Wir entwickeln Sicherheitsstrukturen gemeinsam mit denen, die Verantwortung nicht delegieren – sondern gestalten wollen.
Einladung zum Gespräch.
Wenn du dich in diesen Gedanken wiederfindest, wenn du spürst, dass Selbst- oder Fremdverwahrung für deine Situation nicht mehr ausreichen, dann ist jetzt nicht der Moment für ein Produkt. Dann ist es der Moment für ein Gespräch.
Lass uns gemeinsam klären, welche Form von gemeinschaftlicher Sicherheit für dich, dein Unternehmen oder deine Struktur tragfähig ist.
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Endless Trust Custody der Goldstandard
Die vertraglich fixierte, notariell beglaubigte und prüfbare Bindung jeder Transaktion an einen klar definierten Zweck und autorisierte Empfänger mit echter Sperrminorität durch den Treuhänder, um Missbrauch, Rehypothecation, Lending oder ungewollte Auszahlungen dauerhaft zu verhindern. In der Praxis wird dieses Konzept als Endless Trust Custody, Zweckgebundene Treuhandverwahrung oder Transaktions‒ und Empfängerbindung bezeichnet.
Die höchste Stufe der rollenbasierten Mitverwahrung: Jede Bewegung wird aktiv auf Einhaltung der festgelegten Zwecke (z. B. reine Wertaufbewahrung, Erbschaftsregelung, Stiftungszweck) und der Whitelist‒Empfänger geprüft inklusive Chain‒Analyse bei Bedarf. Der Treuhänder blockiert automatisch bei Abweichung und gewährleistet die Rückgabe exakter Original‒Bitcoin, nie Äquivalente oder Fiat.
zweckgebundene, manipulationssichere Bitcoin‒Verwahrung
Der Goldstandard, den Banken bei institutioneller Mitverwahrung, Family Offices bei Nachlassplanung oder Vermögensverwaltern bei Compliance‒Prüfungen fordern und der Ihr digitales Vermögen wirklich langfristig, konform und unantastbar macht.
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