Wenn Sicherheit zur Ausnahme wird
und Gewalt zur Strategie
Sicherheit scheitert selten an Technik.
Sie scheitert an Erwartbarkeit und an Alleingängen.
Von Torsten Schmitz, CEO & Gründer von trust4money.de Böblingen, Februar 2026
Die stark zunehmenden physischen Übergriffe auf Krypto‒Investoren sind kein Randphänomen mehr. Sie folgen keinem Zufall und auch keiner kurzfristigen medialen Dynamik, sondern einer klar erkennbaren Logik. Frankreich ist aktuell das sichtbarste Epizentrum dieser Entwicklung, doch die Ursachen sind struktureller Natur und lassen sich auf andere Länder übertragen. Entscheidend ist dabei weniger die Brutalität einzelner Taten als die Erwartungshaltung, die Kriminelle inzwischen mit Krypto‒Vermögen verbinden. Gewalt wird dort eingesetzt, wo Aussicht auf Erfolg besteht. Und diese Aussicht entsteht, wenn Vermögen transparent, personalisiert und zugleich mit alleiniger Handlungsfähigkeit verknüpft ist.
Wo Kriminalität gedeiht.
Krypto-Kriminalität folgt der Möglichkeit. Täter handeln in der Annahme, dass eine identifizierbare Person existiert, die allein über Wallet und Schlüssel verfügt, die unter Zwang handlungsfähig ist und die einen Transfer technisch sofort ausführen kann. Hinzu kommt die Erwartung, dass Kryptowährungen schwer zu konfiszieren sind und dass Täter nach der Tat anonym bleiben oder sich zumindest der Strafverfolgung entziehen können. Diese Kombination aus Sichtbarkeit, Zugriffsmacht und vermuteter Straflosigkeit macht Krypto-Vermögen besonders attraktiv für gezielte physische Angriffe.
Diese Sichtweise wird inzwischen auch von Aufsichtsbehörden ausdrücklich geteilt. In einem Bulletin aus dem Dezember hat die US-amerikanische Börsenaufsicht SEC Sicherheit bei digitalen Vermögenswerten explizit zum Thema gemacht und dabei einen entscheidenden Punkt klargestellt: Der eigentliche Wert liegt nicht in den Coins selbst, sondern in den kryptografischen Schlüsseln, die den Zugriff auf sie ermöglichen. Wer die Schlüssel kontrolliert, kontrolliert das Vermögen. Entsprechend liegt der zentrale Schutzbedarf nicht auf der Blockchain, sondern bei der Verwahrung, Sicherung und Governance dieser Schlüssel. Genau hier entscheidet sich, ob Vermögen geschützt oder angreifbar ist. Schlüssel sind kein rein technisches Detail, sondern der eigentliche Vermögenswert – und damit eine Frage von Organisation, Verantwortung und Struktur, nicht nur von Software oder Hardware.
"Erwartung steigt durch Transparenz“.
Diese Erwartungshaltung wird durch wachsende Transparenzregime weiter verstärkt. KYC-Vorgaben, Blockchain-Analysen, Meldepflichten und der Aufbau immer größerer Datenbanken verfolgen regulatorisch legitime Ziele, erhöhen aber gleichzeitig das Gefährdungspotenzial für Vermögensinhaber. Vermögen wird sichtbarer, ohne dass Schutzstrukturen automatisch mitwachsen. Spätestens mit den europäischen Meldepflichten ab 2026 wird systematisch erfasst, wer Krypto-Vermögen bewegt, insbesondere beim Transfer von Börsen auf private Wallets oder auf Bankkonten. Ab 2027 liegen diese Informationen bei den Behörden vor. Praktisch bedeutet das: Jeder, der sein Exchange-Konto mit einer Wallet verbindet, wird identifizierbar. Die entscheidende Frage ist daher nicht, ob Transparenz kommt. Sie ist bereits Realität. Die Frage ist, welche Sicherheitsarchitektur dieser Realität gerecht wird.
Alleinige Autonomie als Sicherheitstrugschluss.
Im Krypto-Umfeld wird Sicherheit häufig mit Self-Custody gleichgesetzt. Autonomie gilt als Ideal und als Abgrenzung zu traditionellen Finanzstrukturen. Doch Autonomie ohne Struktur ist kein Sicherheitskonzept, sondern eine Hoffnung. Sie setzt voraus, dass nichts passiert. Genau hier liegt der grundlegende Denkfehler. Niemand würde sein Haus unverschlossen lassen, wenn er verreist. Niemand akzeptiert offene Türen als Ausdruck von Freiheit. Verschließen ist der Normalzustand. Offenlassen wäre absurd. Im Bereich digitaler Vermögenswerte gilt bislang oft das Gegenteil. Alleiniger Zugriff wird als Stärke verstanden, obwohl er ab einer gewissen Vermögenshöhe ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellt.
Endless Trust Custody der Goldstandard
Die vertraglich fixierte, notariell beglaubigte und prüfbare Bindung jeder Transaktion an einen klar definierten Zweck und autorisierte Empfänger mit echter Sperrminorität durch den Treuhänder, um Missbrauch, Rehypothecation, Lending oder ungewollte Auszahlungen dauerhaft zu verhindern. In der Praxis wird dieses Konzept als Endless Trust Custody, Zweckgebundene Treuhandverwahrung oder Transaktions‒ und Empfängerbindung bezeichnet.
Die höchste Stufe der rollenbasierten Mitverwahrung: Jede Bewegung wird aktiv auf Einhaltung der festgelegten Zwecke (z. B. reine Wertaufbewahrung, Erbschaftsregelung, Stiftungszweck) und der Whitelist‒Empfänger geprüft inklusive Chain‒Analyse bei Bedarf. Der Treuhänder blockiert automatisch bei Abweichung und gewährleistet die Rückgabe exakter Original‒Bitcoin, nie Äquivalente oder Fiat.
zweckgebundene, manipulationssichere Bitcoin‒Verwahrung
Der Goldstandard, den Banken bei institutioneller Mitverwahrung, Family Offices bei Nachlassplanung oder Vermögensverwaltern bei Compliance‒Prüfungen fordern und der Ihr digitales Vermögen wirklich langfristig, konform und unantastbar macht.
Gewalt im Ansatz unattraktiv machen
Erpressung funktioniert nur dort, wo sie Aussicht auf Erfolg hat. Sie verliert ihren Hebel, wenn von vornherein klar ist, dass keine einzelne Person allein handlungsfähig ist. Wenn bekannt ist, dass Schlüssel geteilt sind, dass Zugriffe begrenzt sind und dass Herausgaben an klar definierte Bedingungen, Zwecke und Transferhöhen gebunden sind, wird Gewalt im Ansatz unattraktiv. Sicherheit entsteht nicht durch Abschreckung im Nachhinein, sondern durch strukturelle Aussichtslosigkeit im Vorfeld. Alleinige Handlungsfähigkeit darf nicht der Normalfall sein, sondern muss als Sicherheitslücke verstanden werden, als Irrtum oder als Unterlassung.
Begleitete Selbstverwahrung als Group‒Custody
Die Zukunft liegt deshalb nicht im Gegensatz zwischen Self‒Custody und institutioneller Verwahrung. Sie liegt in einer begleiteten, strukturierten Form der Selbstverwahrung, die man auch als Group Custody bezeichnen kann. Wallets sind dann nicht mehr Ausdruck persönlicher Unabhängigkeit, sondern Bestandteil einer Sicherheitsarchitektur. Zugriff wird geteilt, Verantwortung verteilt, Prozesse werden dokumentiert und überprüfbar gemacht. Gerade bei höherem oder gemeinschaftlichem Vermögen ist das keine Komfortlösung, sondern eine zwingende Voraussetzung für reale Sicherheit. Es geht nicht um Kontrolle, sondern um Schutz durch Struktur.
In klassischen Vermögensklassen ist es selbstverständlich, dass Verwahrung, Zugriff und Kontrolle getrennt sind. Banktresore, treuhänderische Konstruktionen, notarielle Aufsicht und klar formulierte Herausgaberegeln sind keine Einschränkung, sondern Ausdruck von Verantwortung. Diese Logik lässt sich auf Bitcoin und andere digitale Vermögenswerte übertragen, ohne zwangsläufig eine Kryptoverwahrlizenz zu erfordern. Entscheidend ist nicht, wer Vermögenswerte hält, sondern wie Zugriff organisiert, überwacht und freigegeben wird. Banken können hier eine zentrale Rolle übernehmen, indem sie sichere Schlüsseldepots bereitstellen, Herausgaberegeln treuhänderisch überwachen und Governance‒Strukturen schaffen, die sowohl rechtlich als auch organisatorisch tragfähig sind.
Die Mission zur Selbstverständlichkeit
Die zunehmende Zahl physischer Angriffe ist kein Ausnahmezustand, sondern ein klarer Anwendungsfall. Sie zeigt, was passiert, wenn Transparenz schneller wächst als Sicherheitsarchitektur. Genau daraus ist die Mission von Trust4Money entstanden. Ziel ist es, selbstverständliche Sicherheit in privaten und unternehmerischen Bitcoin‒Gemeinschaften zu etablieren. Nicht als optionale Zusatzleistung, sondern als erwartbaren Standard. So selbstverständlich wie eine verschlossene Haustür. Trust4Money arbeitet daran, Banken für konforme Verwahrmodelle zu mobilisieren, Strukturen zu entwickeln, die ohne Kryptoverwahrlizenz auskommen, Verantwortung für Endkunden zu ermöglichen und Verantwortung von Anbietern einzufordern. Denn echte Sicherheit entsteht nicht durch Disziplin einzelner Personen und nicht durch Hoffnung. Sie entsteht durch Architektur. Und je sichtbarer Vermögen wird, desto weniger darf Sicherheit dem Zufall überlassen bleiben.
Unsere Mission ist es, begleitete Selbstverwahrung vom Sonderfall zum selbstverständlichen Sicherheitsstandard für privates und unternehmerisches Bitcoin‒Vermögen zu machen.
Der nächste Schritt ist kein Klick.
Endless Trust entfaltet seine Wirkung nicht nur intern, sondern auch nach außen. Als freiwillig auditierbares Sicherheitsregime kann es zur sichtbaren Governance-Entscheidung einer Organisation werden. Die Hintergründe, Prinzipien und die internationale Einordnung dieses Modells lesen Sie hier:

Einladung zum Gespräch.
Wenn du dich in diesen Gedanken wiederfindest, wenn du spürst, dass Selbst- oder Fremdverwahrung für deine Situation nicht mehr ausreichen, dann ist jetzt nicht der Moment für ein Produkt. Dann ist es der Moment für ein Gespräch.
Lass uns gemeinsam klären, welche Form von gemeinschaftlicher Sicherheit für dich, dein Unternehmen oder deine Struktur tragfähig ist.
Gebe den richtigen Anfragetyp an, um die Anfrage an die richtige Abteilung weiterzuleiten
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