Das SeedPro-Trust-Custody-Modell bietet Unternehmen in enger Zusammenarbeit mit spezialisierten Steuerberatern und unseren Partner-Treuhändern die Möglichkeit, Ihren Mitarbeitenden eine innovative und zukunftssichere Form der betrieblichen Vermögensvorsorge anzubieten: einen Bitcoin-Sparplan, bei dem die zugewiesenen digitalen Assets erst nach Ablauf einer festgelegten Vesting-Periode – etwa drei bis fünf Jahren – oder nach Erfüllung definierter Bedingungen vollständig in die alleinige Kontrolle des Mitarbeitenden übergehen.
Dieses Modell schafft eine besonders wirksame Bindung an das Unternehmen, ohne dass Sie die typischen rechtlichen und technischen Risiken klassischer Kryptoverwahrung eingehen müssen. Es bleibt durchgängig non-custodial, erfüllt die Anforderungen der BaFin und MiCAR und erfordert weder für das Unternehmen noch für die beteiligten Treuhänder oder Notare eine Kryptoverwahrlizenz.
Für ein klassisches Vesting-Szenario eignet sich besonders das Performance Trust Custody mit seinem 2-von-3-Prinzip oder – bei Bedarf an maximaler Governance – das Ultimate Trust Custody mit 3-von-3-Einstimmigkeit. Beim Performance-Modell wirken zwei unabhängige Treuhänder und ein Vertreter des Unternehmens zusammen. Jede Transaktion oder die vollständige Rekonstruktion der Zugangsdaten erfordert die Zustimmung von mindestens zwei der drei Parteien. Dadurch kann das Unternehmen die vereinbarte Sperrfrist zuverlässig durchsetzen, ohne je alleinigen Zugriff auf die Assets zu erhalten. Das Ultimate-Modell geht noch einen Schritt weiter und bindet einen Notar sowie zwei unabhängige Treuhänder ein: Hier ist absolute Einstimmigkeit erforderlich, was insbesondere dann sinnvoll ist, wenn zusätzlich strenge Zeit-Locks, Ereignisbedingungen (etwa bei vorzeitiger Beendigung des Arbeitsverhältnisses) oder sogar eine vertragliche Zweckbindung gewünscht werden.
Der Ablauf gestaltet sich wie folgt: Zunächst schließen Sie mit dem Mitarbeitenden eine klare vertragliche Vereinbarung über die Incentive-Struktur – beispielsweise, dass für jedes Jahr der Betriebszugehörigkeit ein bestimmter Betrag in Bitcoin gutgeschrieben wird, die volle Verfügungsgewalt jedoch erst nach Ablauf der Vesting-Periode besteht. Gemeinsam mit uns und einem Partner-Notar oder Treuhänder richten Sie in einer air-gapped, physisch abgesicherten Sitzung ein individuelles Bitcoin-Wallet ein.
Mithilfe von SeedPro und dem KeySplit-Mechanismus wird die Seed-Phrase nicht im Klartext gespeichert, sondern in verschlüsselte SeedCodes umgewandelt und in mehrere unabhängige Komponenten aufgeteilt. Typischerweise erfolgt die Verteilung so, dass eine Komponente (die verschlüsselte SeedList) beim Treuhänder oder Notar in einem revisionssicheren Tresor liegt, eine weitere Komponente (der KeyCode, etwa auf einer NFC-Karte) beim Unternehmen verwahrt wird und ein dritter Teil (etwa eine Aktivierungs-PIN oder ein zusätzlicher Faktor) erst nach Ablauf der Vesting-Periode dem Mitarbeitenden zugänglich gemacht wird. Optional kann eine vierte Komponente als Recovery- oder Bedingungsschlüssel bei einem zweiten Treuhänder hinterlegt werden.
Während der gesamten Vesting-Periode ist kein alleiniger Zugriff möglich – weder durch das Unternehmen, noch durch den Mitarbeitenden, noch durch einen einzelnen Treuhänder. Dies wird durch Conditional Access Protocols technisch und vertraglich abgesichert: Zeitbasierte Sperren verhindern jeden Zugriff vor Ablauf der Frist, Mehrheits- oder Einstimmigkeitsregeln stellen sicher, dass Entscheidungen nur gemeinsam getroffen werden können, und Ereignisbedingungen ermöglichen beispielsweise den automatischen Verfall noch nicht freigegebener Anteile bei vorzeitiger Kündigung. Jährliche Integritätsprüfungen und Dummy-Rekonstruktionen gewährleisten die dauerhafte Funktionsfähigkeit des Systems, ohne dass jemand die Kontrolle übernimmt.
Nach erfolgreichem Ablauf der Vesting-Periode – oder nach Erfüllung aller vereinbarten Bedingungen – erfolgt die vollständige Freigabe: Die Komponenten werden dem Mitarbeitenden übergeben, sodass er die Wallet selbstständig rekonstruieren und die volle Souveränität über die Assets erlangen kann. Auf Wunsch kann die Übergabe durch einen Provenance Proof zusätzlich dokumentiert werden, was für steuerliche Nachweisbarkeit und rechtliche Klarheit sorgt.
Für Sie als Arbeitgeber bedeutet dieses Modell ein attraktives, langfristig wirkendes Benefit-Instrument, das die Mitarbeiterbindung stärkt, ohne dass Sie unnötige rechtliche oder operative Risiken eingehen müssen. Für Ihre Mitarbeitenden entsteht ein echter, sicher verwahrter Anteil am Unternehmenserfolg in Form von Bitcoin – geschützt vor allen bekannten Risiken wie Hacking, Insolvenz des Verwalters, Vermischung von Kundengeldern oder unbefugter Weiterverpfändung.